{"id":2092,"date":"2016-01-20T14:02:37","date_gmt":"2016-01-20T12:02:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.forumclubhandball.com\/?p=2092"},"modified":"2016-01-21T12:56:24","modified_gmt":"2016-01-21T10:56:24","slug":"20-1-16-das-deutschen-handelsblatt-berichtet-uber-die-premier-handball-league","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.forumclubhandball.com\/?p=2092","title":{"rendered":"20.1.16: Das deutsche HANDELSBLATT berichtet \u00fcber die &#8216;Premier Handball League&#8217;"},"content":{"rendered":"<p>Wir bereits Anfang der Woche vermeldet, hat das deutsche HANDELSBLATT\u00a0 in einem Artikel von Erik Eggers \u00fcber die Pl\u00e4ne der &#8216;Premier Handball League&#8217; berichtet. Wegen der Bedeutung des Artikels f\u00fcr den Handballsport zitieren wir den Artikel im folgenden in voller L\u00e4nge (und bedanken uns gleichzeitig f\u00fcr die Genehmigung des Autors):<\/p>\n<p><strong><span style=\"font-size: small;\">HANDELSBLATT, 18.1.16: Handball Weltliga wird konkreter<\/span><\/strong><\/p>\n<p><strong><span style=\"font-size: small;\">&#8216;Der ganz gro\u00dfe Wurf&#8217; <\/span><\/strong><span style=\"font-size: small;\">von Erik Eggers<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\">Die Idee von einer Superliga im Handball, an der nur europ\u00e4ische <\/span><span style=\"font-size: small;\">Topteams teilnehmen, soll bis 2019 Wirklichkeit werden. Die Ambitionen sind <\/span><span style=\"font-size: small;\">gro\u00df, sogar den US-Markt will die \u201ePremier Handball League\u201c erobern.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\">D\u00fcsseldorf. Die Aktiengesellschaft, die am 25. November 2015 unter der Handelsregister-Nummer\u00a0CH-020 .3402.676-5\u00a0in Z\u00fcrich eingetragen worden ist, ist bislang nur wenigen Insidern bekannt. Doch die neue Firma namens \u201ePremier Handball League AG\u201c (PHL) k\u00f6nnte die Gewichte im Handballsport verschieben. Im Kern dreht es sich bei dem Projekt um den Aufau einer privat organisierten internationalen Profiliga, bei der die PHL den Spielbetrieb organisiert und die Rechteverwertung f\u00fcr die Klubs \u00fcbernimmt. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\">Pr\u00e4sident des Verwaltungsrates ist Wolfgang G\u00fctschow. Der 53-j\u00e4hrige ist seit Jahrzehnten im Handballbusiness unterwegs, zun\u00e4chst seit 1993 als Manager der russischen Nationalmannschaft, danach als Spielermanager. Zu seinen Klienten geh\u00f6ren Bundestrainer Dagur Sigurdsson und Torh\u00fcter Carsten Lichtlein die beide derzeit mit der deutschen Nationalmannschaft die Europameisterschaft in Polen bestreiten.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\">Seit einem Jahr arbeitet G\u00fctschow, einer der f\u00fchrenden K\u00f6pfe der Szene, hinter den Kulissen an der Idee einer neuen Liga nach dem Muster der nordamerikanischen Profi-Basketballliga NBA. Die PHL soll ab dem Jahr 2019 die Champions League ersetzen, die seit 1993 von der Europ\u00e4ischen Handball F\u00f6deration (EHF) organisiert wird. \u201eHandball hat kein vermarktbares Premiumprodukt\u201c, erkl\u00e4rt G\u00fctschow. Die Sportart ben\u00f6tige dringend einen Modernisierungs\u00adschub.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\">Wie gro\u00df die Ambitionen der PHL sind und wie konkret die Pl\u00e4ne, unterstreicht diese Personalie: Peter Vargo, 45, langj\u00e4hriger EHF-Marketingchef, hat nach Informationen des Handelsblatts seinen Vertrag bei der EHF gek\u00fcndigt und steigt demn\u00e4chst bei der PHL ein.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\">Ein weiteres herausragendes Motiv der Initiatoren ist ihre Einsch\u00e4tzung, dass es bei wichtigen Spielen auf h\u00f6chstem Niveau nicht immer mit rechten Dingen zugeht. \u201eEs bedarf einer kompletten Neustrukturierung des Schiedsrichterwesens. Die internationalen Verb\u00e4nde k\u00f6nnen schon lange keine neutrale Wettkampfleitung mehr gew\u00e4hrleisten. Aber genau das ist die Basis eines jeden sportlichen Vergleichs\u201c, sagt G\u00fctschow.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\">Der administrative Rahmen der PHL ist bereits geschaffen. Die AG in Z\u00fcrich fungiert als Holding, sie ist Inhaberin der Vermarktungsrechte und soll die Finanzierung der Liga verantworten. Operieren soll die neue Liga von Berlin aus: Die PHL License GmbH &amp; Co. KG befindet sich in der Gr\u00fcndungsphase.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\">Die Protagonisten planen ein Franchise-System mit zw\u00f6lf Lizenznehmern zun\u00e4chst aus zw\u00f6lf europ\u00e4ischen Metropolen. Also eine reine Lizenzliga, die ohne Auf- und Abstieg organisiert ist. \u201eDass Gro\u00dfst\u00e4dte wie Berlin, Paris, Barcelona oder Moskau mitmachen, ist die Bedingung unserer Rechtepartner und Investoren, die das Ziel verfolgen, zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt Handball auf dem US-Markt zu positionieren\u201c, sagt G\u00fctschow. \u201eWarum nicht irgendwann Dubai gegen Chicago, M\u00fcnchen gegen Liverpool? Wir m\u00fcssen lernen, Handball zu tr\u00e4umen.\u201c<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\">Klubs aus kleineren St\u00e4dten seien keineswegs ausgeschlossen. Ein Team wie die Kadetten Schaffhausen etwa k\u00f6nne in Z\u00fcrich als \u201eSwiss Cadetts\u201c spielen, so G\u00fctschow, auch sei ein deutsch-d\u00e4nisches Joint Venture von Klubs wie Kopenhagen und Flensburg denkbar. \u201eErst wenn so etwas passiert, machen wir den ersten Schritt auf NBA-Niveau. Die Spitze der Branche muss sich von Provinzimage und Kapuzenjacken trennen.\u201c<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\">Das Spieljahr soll von Februar bis Dezember dauern. Zwei Klubs sollen aus Deutschland stammen. \u201eDas w\u00fcrde auch den Kalender der Bundesliga entlasten. Wir streben ein partnerschaftliches Verh\u00e4ltnis mit den nationalen Ligen an\u201c, betont G\u00fctschow.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\">Ihm und Vargo schweben eine konsequente Markenbildung der Klubs vor. Au\u00dferdem will die PHL mit einem Pool aus Profischiedsrichtern arbeiten, die Regeln vereinfachen, Videobeweise einf\u00fchren und sogenannte Wurfuhren einf\u00fchren, um Passivit\u00e4t zu unterbinden und das Spiel schneller zu machen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\">Die Finanzierung der neuen Liga sei durch die \u00dcbernahme von TV- und Werberechten bereits gesichert, sagt G\u00fctschow, aber vor 2019 sei der Start der PHL nicht m\u00f6glich: \u201eSo etwas braucht eine gewissenhafte Vorbereitung mit erfahrenen Spitzenkr\u00e4ften f\u00fcr das Management.\u201c Und dann ist da ja noch mit starkem Gegenwind seitens Internationaler Handball-F\u00f6deration (IHF) und der EHF zu rechnen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\">\u201eEine solche Liga ist m\u00f6glich\u201c, glaubt Frank Bohmann, der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Handball-Bundesliga (HBL), die als st\u00e4rkste nationale Liga der Welt gilt. \u201eAuf jeden Fall versch\u00e4rft diese Liga den Wettbewerb. Aber die Dachverb\u00e4nde werden sich auf die Hinterbeine stellen.\u201c Er rechnet mit Sperren gegen die PHL-Profis, mit harten juristischen Konflikten. \u201eEs ist nachvollziehbar, dass die Verb\u00e4nde ihre Monopolstellung bei der Organisation von Handballveranstaltungen mit Sanktionen behaupten wollen\u201c, erwartet auch G\u00fctschow Widerst\u00e4nde. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\">Ob die Weltliga kommt oder nicht, liege aber letztlich in der Hand der gro\u00dfen Klubs aus Paris, Barcelona, Veszpr\u00e9m, Kiel, Berlin oder Flensburg, stellt Giorgio Behr, der starke Mann hinter dem Schweizer Champions-League-Teilnehmer Schaffhausen klar. Deutschlands erfolgreichstes Handballteam, der THW Kiel, scheint gewillt. \u201eWir sind wie andere Topklubs von den Initiatoren \u00fcber dieses Projekt informiert worden und sehen darin eine gro\u00dfe Chance\u201c, sagte THW-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Thorsten Storm dem Handelsblatt. Eine Entscheidung steht zwar noch aus, aber der Frust ist gro\u00df. In der Champions League gebe es etliche Baustellen \u2013 etwa die begrenzten Vermarktungsm\u00f6glichkeiten und die viel zu hohe Belastung der Spieler, beklagt Storm. Das wollen die Vereine \u00e4ndern: \u201eWir bezahlen die Spieler, die Spieler werfen die Tore, aber die Regeln bestimmen andere.\u201c<\/span><\/p>\n<p><strong><span style=\"font-size: small;\">Das im Jahr 2007 gegr\u00fcndete Forum Club Handball (FCH) fungiert, wie die European Club Association (ECA) im Profifu\u00dfball, als Interessenorganisation der europ\u00e4ischen Spitzenklubs. FCH-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Gerd Butzeck, 57, \u00e4u\u00dfert sich zu den Pl\u00e4nen einer Weltliga.<\/span><\/strong><span style=\"font-size: small;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><em><span style=\"font-size: small;\">Herr Butzeck, ist das Modell einer privat organisierten Handball-Liga realistisch?<\/span><\/em><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\">Warum nicht? Immer wieder kommt von verschiedenen Seiten der Ruf nach einer von den Klubs selbst organisierten Champions League auf. Im Basketball, Eishockey und im Rugby wird die Champions League von Firmen organisiert, die mehrheitlich den Klubs geh\u00f6ren. K\u00fcrzlich hat ECA-Pr\u00e4sident Karl-Heinz Rummenigge ge\u00e4u\u00dfert, dass er sich eine europ\u00e4ische Superliga mit den Topklubs aus England, Deutschland, Spanien, Italien und Frankreich, entweder privat oder von der Uefa organisiert, durchaus vorstellen k\u00f6nne.<\/span><\/p>\n<p><em><span style=\"font-size: small;\">Die Topvereine im Handball hadern mit der wirtschaftlichen Bilanz ihrer Champions League.<\/span><\/em><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\">Die Velux Champions League hat sich zu einem etablierten Produkt entwickelt. Die Einnahmen der Klubs sind allerdings in den vergangenen Jahren nicht gestiegen. Einige Vereine sind mit der Champions League nicht einverstanden, weil zu viele Spiele stattfinden \u2013 andere, weil zu wenige Spiele stattfinden. Alle kritisieren gemeinsam, dass die Aussch\u00fcttung an die Vereine zu gering ist.<\/span><\/p>\n<p><em><span style=\"font-size: small;\">Eine privat organisierte Liga wird auch den Weltverband IHF ber\u00fchren. St\u00f6rt das das Verh\u00e4ltnis der Klubs zur IHF?<\/span><\/em><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\">Die Klubs beklagen die Ignoranz der IHF auf allen Ebenen. W\u00e4hrend der Weltfu\u00dfball\u00adverband Fifa mit der ECA eine Vereinbarung getroffen hat, negiert die IHF die Existenz der Klubs. Gespr\u00e4che finden nicht statt. Die IHF regiert den Handball, ohne mit den Hauptprotagonisten, den Klubs, zu sprechen. Regel\u00e4nderungen, etwa der Fernsehbeweis, passives Spiel oder die Blaue Karte werden ohne jede R\u00fccksprache mit den Klubs eingef\u00fchrt und wieder abgeschafft. Eine private Liga k\u00f6nnte die bestehenden verkrusteten Strukturen aufbrechen und das Produkt nachhaltig verbessern.<\/span><\/p>\n<p><em><span style=\"font-size: small;\">Wie werden die Klubs auf die Offerte der PHL reagieren?<\/span><\/em><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\">Sie werden das Angebot aufmerksam studieren, wenn es sich um einen attraktiven Wettbewerb mit deutlich besseren Einnahmem\u00f6glichkeiten handelt. Die EHF wird \u00fcber einen konkurrierenden Wettbewerb nat\u00fcrlich nicht begeistert sein, da sie ihr <\/span><span style=\"font-size: small;\">Budget teilweise aus den Einnahmen der Champions League generiert. Aber die letzte Entscheidung werden die Klubs treffen m\u00fcssen.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir bereits Anfang der Woche vermeldet, hat das deutsche HANDELSBLATT\u00a0 in einem Artikel von Erik Eggers \u00fcber die Pl\u00e4ne der &#8216;Premier Handball League&#8217; berichtet. 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