{"id":973,"date":"2010-10-20T12:04:01","date_gmt":"2010-10-20T10:04:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.groupclubhandball.com\/?p=973"},"modified":"2010-10-26T12:17:29","modified_gmt":"2010-10-26T10:17:29","slug":"2010-handball-world-comzita-newerla-interviewt-gch-geschaftsfuhrer-gerd-butzeck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.forumclubhandball.com\/?p=973","title":{"rendered":"20.10.2010: handball-world.com\/Zita Newerla interviewt GCH-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Gerd Butzeck"},"content":{"rendered":"<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\u00a0handball-world.com\/Zita Newerla<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">Im Interview: Gerd Butzeck &#8211; \u00dcber Entstehung und Zukunft der GCH<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\"><strong>\u00a0<\/strong><strong>2010 bekommen Vereine zum ersten mal Abstellgeb\u00fchren von der EHF f\u00fcr ihre Spieler, die mit ihren Nationalmannschaften unterwegs sind. Eine Nachricht, \u00a0die fast als Revolution galt. Auch die IHF zieht zum Ende des Jahres nach. Jetzt will sich Dr. Gerd Butzek den Terminkalender der Spieler vornehmen, so der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Group Club Handball (GCH) in einem Interview mit Zita Newerla f\u00fcr handball-world.com. Der 51-j\u00e4hrige fr\u00fchere Spielerberater, der die Interessen der gro\u00dfen europ\u00e4ischen Vereine seit 2006 vertritt, erl\u00e4utert auch die Entstehungsgeschichte der Group Club Handball.<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\"><em>Herr Butzeck, warum wurde die Group Club Handball im Jahr 2006 gegr\u00fcndet?\u00a0<\/em><strong>\u00a0<strong>Gerd Butzeck:<\/strong><br \/>\nIn diesem Jahr gab es Beschl\u00fcsse der EHF und der IHF, die weitreichende Konsequenzen auf das Gesch\u00e4ft der Clubs hatten. Die EHF f\u00fchrte die neue EHF Champions League ein. Neu war vor allem, dass die Halle f\u00fcr diese Spiele werbefrei zur Verf\u00fcgung gestellt werden musste. Die damals gerade gegr\u00fcndete EHF Marketing GmbH strebte eine Zentralvermarktung von Fernseh- und Werberechten durch die internationale Sportrechteagentur Sportfive an.<em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p><\/strong><em>Nicht alle Clubs waren damals begeistert&#8230;<\/em><\/p>\n<p><strong>Gerd Butzeck:<\/strong><br \/>\nEigentlich waren es die Sponsoren der Clubs. Bestehende Vertr\u00e4ge konnten nicht erf\u00fcllt werden. Im gleichen Jahr beschloss die EHF, den Qualifikationsmodus f\u00fcr Europameisterschaften zu \u00e4ndern. Das neue System glich dem des Fussballs. In f\u00fcnfer oder sechser Gruppen qualifizieren sich die ersten beiden Mannschaften f\u00fcr die Endrunde. \u00a0<\/p>\n<p><em>F\u00fcr die Verb\u00e4nde ist das wunderbar. <\/em><\/p>\n<p><strong>Gerd Butzeck:<\/strong><br \/>\nNat\u00fcrlich! Endlich gibt es L\u00e4nderspiele, in denen es um etwas geht. F\u00fcr die Clubs bedeutet dies allerdings, dass sie ihre Spieler f\u00fcr ca. acht zus\u00e4tzliche L\u00e4nderspiele abstellen m\u00fcssen. Gleichzeitig \u2013 auch in 2006 \u2013 f\u00fchrte die IHF ein neues Qualifikationssystem f\u00fcr Olympische Spiele ein. Die Olympiaqualifikation wird seit 2008 im Turniermodus ausgespielt. Auch dies bedeutete f\u00fcr die Clubs zus\u00e4tzliche Abstellungstage. Der damalige Pr\u00e4sident der HBL, Bernd-Uwe Hildebrand hatte die Idee einer Interessensvertretung der Clubs auf Europ\u00e4ischer Ebene, einer \u201eG14 des Handballs\u201c,\u00a0und beauftragte mich mit der Gr\u00fcndung der Group Club Handball. \u00a0<\/p>\n<p><em>Wie kam die HBL auf Sie?<\/em><\/p>\n<p><strong>Gerd Butzeck:<\/strong><br \/>\nDas m\u00fcssen Sie nat\u00fcrlich in erster Linie die Entscheidungstr\u00e4ger der HBL fragen. Sicherlich spielt eine Rolle, dass ich seit 30 Jahren in verschiedenen Funktionen im Handball t\u00e4tig bin. Ich war zun\u00e4chst Bundesliga Schiedsrichter, sp\u00e4ter der erste hauptberufliche Manager in Deutschland und in diversen Funktionen bei EHF und IHF t\u00e4tig. Bis zur Gr\u00fcndung der GCH war ich Spielervermittler und somit allen f\u00fchrenden europ\u00e4ischen Clubmanagern bekannt.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p><em>Nun war die \u201eGroup Club Handball\u201c gegr\u00fcndet. Aber nach welchen Kriterien wurden die Mitglieder ausgew\u00e4hlt?<\/em><\/p>\n<p><strong>Gerd Butzeck:<\/strong><br \/>\nGute Frage. Es war nicht so einfach, ein geeignetes Kriterium zu finden. Und irgendwem tritt man immer auf die F\u00fcsse. Nat\u00fcrlich hatten wir eine Idee, wen wir gerne in der Gruppe haben wollten. Es sollten \u2013 wie im Fussball \u2013 anf\u00e4nglich 14 Clubs sein, wobei nat\u00fcrlich aus politischen Gr\u00fcnden die Anzahl der deutschen und spanischen Clubs identisch sein musste. Schlie\u00dflich wurden alle Clubs als Gr\u00fcndungsmitglieder aufgenommen, die in diesem Jahrtausend einen Europapokal gewonnen hatten. So hatten wir mit Flensburg, Kiel, Lemgo und Magdeburg \u00a0vier deutsche, mit Barcelona, Ciudad Real, Leon und San Antonio vier spanische Vereine. Es kamen Montpellier, Celje und Chekhov, also nur drei weitere hinzu. \u00a0<\/p>\n<p><em>Die Zahl ist relativ schnell gewachsen! <\/em><\/p>\n<p><strong>Gerd Butzeck:<\/strong><br \/>\nIn einer ersten Erweiterung haben wir dann das d\u00e4nische Spitzenteam Kolding hinzugenommen, weil wir sonst keinen Skandinavier gehabt h\u00e4tten, Veszpr\u00e9m aus Ungarn, weil sie in den letzten zehn Jahren immer unter den letzten acht in der Champions League waren und die kroatische Mannschaft Zagreb, aufgrund der \u00fcberragenden Erfolge der Nationalmannschaft. \u00a0<\/p>\n<p><em>Gab es Mannschaften, die die Kriterien nicht erf\u00fcllt haben, die Sie aber pers\u00f6nlich gern dabei gehabt h\u00e4tten? <\/em><\/p>\n<p><strong>Gerd Butzeck:<\/strong><br \/>\nGummersbach. Es war nat\u00fcrlich ungl\u00fccklich, dass diese deutsche Traditionsmannschaft das Kriterium zum damaligen Zeitpunkt nicht erf\u00fcllte. Aber dann h\u00e4tten wir einen Deutschen zu viel gehabt.\u00a0<\/p>\n<p><em>Muss man sich die GCH als geschlossene Gruppe vorstellen?<\/em><\/p>\n<p><strong>Gerd Butzeck:<\/strong><br \/>\nKeinesfalls! Jeder, der sich f\u00fcr das Halbfinale der CL qualifiziert, wird bei uns aufgenommen. \u00dcber diesen Weg haben sich 2007 Valladolid und 2008 Hamburg qualifiziert.\u00a0<\/p>\n<p><em>Die Stimmrechte der Clubs in der GCH sollen unterschiedlich gestaltet sein? Wie erkl\u00e4rt sich das?<\/em><\/p>\n<p><strong>Gerd Butzeck:<\/strong><br \/>\nJa, das ist richtig. Im Prinzip ist es so, dass CL-Sieger vier Stimmen haben, Europacupsieger drei Stimmen und alle anderen eine Stimme. Die Stimmen, die auf sportlichen Erfolgen basieren, sind zeitlich auf sieben Jahre befristet. Wenn sich ein Team f\u00fcr das Halbfinale der Champions League qualifiziert, bekommt es eine zus\u00e4tzliche Stimme. Und es gibt noch weitere Regeln. Die Stimmenverh\u00e4ltnisse werden jedes Jahr der sportlichen Realit\u00e4t angepasst. \u00a0<\/p>\n<p><em>Und die Finanzen? Wie finanziert sich die Group Club Handball?<\/em><\/p>\n<p><strong>Gerd Butzeck:<\/strong><br \/>\nWir finanzieren uns ausschlie\u00dflich \u00fcber Mitgliederbeitr\u00e4ge und d\u00fcrfen kein Geld verdienen. Die Mitgliederbeitr\u00e4ge sind unterschiedlich und orientieren sich an der Anzahl der Stimmrechte. \u00a0<\/p>\n<p><em>Kurzum: Wer mehr zu sagen hat, der bezahlt auch mehr?<\/em><\/p>\n<p><strong>Gerd Butzeck:<\/strong><br \/>\nJa, so ist das.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<p><em>Noch einmal zur\u00fcck zu den Anf\u00e4ngen. Was geschah nach der Gr\u00fcndung?<\/em><\/p>\n<p><strong>Gerd Butzeck:<\/strong><br \/>\nZun\u00e4chst einmal haben wir einen Vorstand gew\u00e4hlt und ein Programm erstellt. Da Deutschland mit mir den Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer stellt, liegt es auf der Hand, dass die Spanier den Pr\u00e4sidenten nominieren. Der erste Vorstand bestand aus Joan Marin von BM Ciudad Real, Tomaz Jersic von Celje Pivovarna Lasko und Uwe Schwenker vom THW Kiel. Den Platz von Schwenker nimmt heute Volker Zerbe vom TBV Lemgo ein. \u00a0<\/p>\n<p><em>Welche waren die wichtigsten Inhaltspunkte damals?<\/em><\/p>\n<p><strong>Gerd Butzeck:<\/strong><br \/>\nUnser erstes Programm ist auch heute noch aktuell. Da geht es im Wesentlichen um: Einflussnahme auf den Kalender, Vertretung der Clubs in den internationalen Gremien, Abstellungsgeb\u00fchren f\u00fcr Nationalspieler und Versicherung von Spielergeh\u00e4ltern.\u00a0<\/p>\n<p><em>Hat man Sie damals ernst genommen? Wie haben denn EHF und IHF auf die Gr\u00fcndung der GCH reagiert?<\/em><\/p>\n<p><strong>Gerd Butzeck:<\/strong><br \/>\nSehr unterschiedlich. Die IHF hat uns freundlich abgewiesen. Wir haben ihnen angeboten, sie in Fragen des Profihandballs zu beraten. Sie haben uns schriftlich mitgeteilt, dass sie unsere Hilfe nicht ben\u00f6tigen. Wenn wir Probleme h\u00e4tten, dann sollten wir uns doch an unsere nationalen Verb\u00e4nde wenden. Diese seien unsere Ansprechpartner und w\u00fcrden unsere Anliegen an die IHF weiterleiten. Formal gesehen kann man sogar auf diese Art argumentieren. Nach den Statuten der IHF existieren die Clubs bis heute nicht. \u00a0<\/p>\n<p><em>Wie kann das sein?<\/em><\/p>\n<p><strong>Gerd Butzeck:<\/strong><br \/>\nDas fragten wir uns auch! Die EHF oder genauer gesagt, die Exekutive der EHF, hatte von Anfang an ein offenes Ohr f\u00fcr unsere Anliegen. Die Kommunikation funktionierte gut, immer bis zu der Stelle, an welcher der EHF Kongress involviert werden musste. Die EHF Exekutive wollte schon 2007 eine Clubvertretung in den Statuten einrichten. Allerdings gab es daf\u00fcr im Kongress nicht die erforderliche Mehrheit. \u00a0<\/p>\n<p><em>Das kann die Clubs nicht sehr erfreut haben&#8230;<\/em><\/p>\n<p><strong>Gerd Butzeck:<\/strong><br \/>\nDie Clubs waren stocksauer. Es wurde deutlich, dass der EHF Kongress als h\u00f6chstes Handballorgan in Europa unsere berechtigten Interessen ignoriert. Wir haben eine Euroleague Handball GmbH gegr\u00fcndet und mit den Planungen f\u00fcr eine eigene \u201aprivate\u2018 Europaliga mit 24 Mannschaften begonnen.<\/p>\n<p><em>Das kann wiederum der EHF gar nicht gefallen haben &#8230;<\/em><\/p>\n<p><strong>Gerd Butzeck:<\/strong><br \/>\nStimmt. Wobei die Exekutive ja eigentlich jederzeit Verst\u00e4ndnis f\u00fcr uns hatte. Im Januar 2008 ist dann DHB Pr\u00e4sident Strombach aktiv geworden. Er hat sich massiv f\u00fcr die Clubs stark gemacht. Daraufhin hat dann der EHF Kongress im Januar 2008 zwei Clubvertretungen eingerichtet, eine innerhalb der EHF und eine innerhalb der EHF Marketing. Die Clubs waren f\u00fcrs Erste bes\u00e4nftigt. \u00a0<\/p>\n<p><em>F\u00fcrs erste?<\/em><\/p>\n<p><strong>Gerd Butzeck:<\/strong><br \/>\nDann stellte sich raus, dass die Verb\u00e4nde die Clubvertreter in diese Gremien nominieren, bzw. w\u00e4hlen. Das muss man sich mal vorstellen! Das ist ungef\u00e4hr so, als ob die Lehrerschaft an der Schule bestimmt, wer im Elternbeirat sitzt! \u00a0<\/p>\n<p><em>Und wie ging es weiter?<\/em><\/p>\n<p><strong>Gerd Butzeck:<\/strong><br \/>\nUns wurde klar, dass wir nichts erreichen, solange wir keine vern\u00fcnftige Verhandlungsposition haben. Wir hatten kein Druckmittel um irgendetwas zu erreichen. \u00a0<\/p>\n<p><em>Klingt nach: Schachmatt&#8230;<\/em><\/p>\n<p><strong>Gerd Butzeck:<\/strong><br \/>\n\u201eGeholfen\u201c hat uns dann die Verletzung von Mimi Kraus w\u00e4hrend der WM 2009 in Kroatien. Lemgo ist ohne Kraus mit einem 59:59 nach zwei Spielen im Europapokal gegen Silkeborg ausgeschieden. Eine Entsch\u00e4digung von der IHF gab es nicht. Die Group Club Handball hat damals noch w\u00e4hrend der Weltmeisterschaft in Kroatien \u00a0beschlossen, dagegen juristisch vorzugehen. Zwei Monate sp\u00e4ter haben wir dann die Beschwerde bei der Wettbewerbskommission in Br\u00fcssel eingelegt. Wir haben das Monopol der Verb\u00e4nde herausgefordert, EHF und IHF gleichzeitig angegriffen.<\/p>\n<p><em>Das h\u00f6rt sich einfach an &#8230;<\/em><\/p>\n<p><strong>Gerd Butzeck:<\/strong><br \/>\nWir hatten gute Berater. Insbesondere der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der G14, mein Kollege vom Fussball, Thomas Kurth, hat uns \u00fcber die Jahre mit Rat und Tat unterst\u00fctzt. Er hat uns mit Jean-Louis Dupont einen hochspezialisierten Anwalt vermittelt, der im Fussball bereits auf \u00e4hnliche Art und Weise UEFA\/FIFA angegriffen hat. Seine Klage hatte im Fussball das \u201eMemorandum of Understanding\u201c zwischen UEFA und Clubs zur Folge, welches im Januar 2009 unterzeichnet wurde. F\u00fcr Dupont war das Ganze in der Tat nicht sehr kompliziert, da er das ganze Procedere bereits einmal erfolgreich durchexerziert hatte. \u00a0<\/p>\n<p><em>Was hat sich denn durch die Beschwerde bei der Kommission ver\u00e4ndert?<\/em><\/p>\n<p><strong>Gerd Butzeck:<\/strong><br \/>\nNa ja, in erster Linie einmal unsere Verhandlungsposition. Als Reaktion auf unsere Klage haben sich die Europ\u00e4ischen Teamsportverb\u00e4nde zusammengeschlossen, um unseren Vorsto\u00df abzuwehren. Und richtig besorgt waren wohl die Fu\u00dfballer. Denn unsere Beschwerde hatte nat\u00fcrlich Pr\u00e4zedenzcharakter. Fussball und Handball sind strukturell sehr \u00e4hnlich. Eine Stellungnahme der Kommission zu unseren Gunsten h\u00e4tte die Handballverb\u00e4nde ein paar Millionen gekostet, die Fu\u00dfballverb\u00e4nde hingegen Hunderte von Millionen. \u00a0<\/p>\n<p><em>Das ist doch eine gute Verhandlungsposition!?<\/em><\/p>\n<p><strong>Gerd Butzeck:<\/strong><br \/>\nJa, wobei wir, mit der F\u00fchrungsspitze der EHF nie so richtig weit auseinander lagen. Inhaltlich hatte man wohl immer f\u00fcr uns Verst\u00e4ndnis. Die Klage brachte dann aber richtig Bewegung ins Geschehen. Die EHF lud uns zu mehreren Grundsatzgespr\u00e4chen ein, in denen die Positionen gekl\u00e4rt wurden. Die deutschen Clubs waren dabei durch Dierk Schm\u00e4schke vertreten, der eine f\u00fchrende Rolle gespielt hat. Er hat die Clubs sehr klar positioniert, wof\u00fcr ihm alle dankbar sein m\u00fcssen. Auf EHF-Seite war der Verhandlungsf\u00fchrer Vize-Pr\u00e4sident Jean Brihault, den wir alle im Laufe der Zeit sehr zu sch\u00e4tzen gelernt haben. Wir haben uns darauf geeinigt dem Beispiel des Fussballs zu folgen und mit einem &#8220;Memorandum of Understanding&#8221; die Grundlagen f\u00fcr die k\u00fcnftige Zusammenarbeit von Clubs und Verb\u00e4nden zu schaffen. \u00a0<\/p>\n<p><em>Ist die Group Club Handball in diesen Gespr\u00e4chen eigentlich als Vertretung aller Clubs, also auch Nichtmitgliedern, aufgetreten?<\/em><\/p>\n<p><strong>Gerd Butzeck:<\/strong><br \/>\nDas ist eine berechtigte Frage, denn wir sind ja \u201enur\u201c 18 Topclubs. Aber wir laden seit zwei Jahren alle Clubs, die in europ\u00e4ischen Wettbewerben teilnehmen ein, um sie \u00fcber \u00fcber unsere Aktivit\u00e4ten zu informieren. Wir nennen das Forum Club Handball. Zudem fordert die EHF einen Gespr\u00e4chspartner, der alle europ\u00e4ischen Topclubs repr\u00e4sentiert. \u00a0<\/p>\n<p><em>Sie sprechen also f\u00fcr \u201ealle\u201c?<\/em><\/p>\n<p><strong>Gerd Butzeck:<\/strong><br \/>\nEigentlich schon. Wir werden k\u00fcnftig regelm\u00e4\u00dfig zweimal im Jahr das Forum Club Handball organisieren und dort alle politischen Fragen besprechen. In diesem Forum sind knapp 70 Clubs vertreten. Das Forum Club Handball ist der Ansprechpartner der EHF. \u00a0<\/p>\n<p><em>Die Organisation versteht sich also als Erweiterung der Group Club Handball. Hat dann das Forum Club Handball das \u201eMemorandum of Understanding\u201c mit der EHF unterschrieben? <\/em><\/p>\n<p><strong>Gerd Butzeck:<\/strong><br \/>\nJa. Wobei die handelnden Personen im Wesentlichen die gleichen sind. Der Pr\u00e4sident ist Tomaz Jersic aus Celje, der gleichzeitig Vize-Pr\u00e4sident der Group Club Handball ist. Deutscher Vize-Pr\u00e4sident ist hier Dierk Schm\u00e4schke aus Hamburg, ein weiterer Vize-Pr\u00e4sident ist Joan Marin. \u00a0<\/p>\n<p><em>Im diesem Memorandum dreht sich alles um das Professional Handball Board, eine weitere Vereinigung &#8230;<\/em><\/p>\n<p><strong>Gerd Butzeck:<\/strong><br \/>\nNa ja, bis 2008 waren die Clubs \u00fcberhaupt nicht in internationalen Gremien vertreten. Seit 2008 existieren die Clubs immerhin in der EHF. Wir haben mit dem Memorandum die Grundlagen daf\u00fcr geschaffen, dass k\u00fcnftig auch Spieler und Ligen als sogenannte \u201eStakeholder\u201c in den Gremien vertreten sein werden. In dem Professional Handball Bord wird alles besprochen, was den Europ\u00e4ischen Profihandball betrifft. Also Nationalmannschaften und Clubwettbewerbe. Wir finden dies richtig. \u00a0<\/p>\n<p><em>Inzwischen haben auch Spieler eine Art \u201eGewerkschaft\u201c gegr\u00fcndet. Es geht den Profis auch um \u00e4hnliche Ziele. Ganz oben auf der Liste steht der Terminkalender. Wieso nimmt Group Club Handball keine Spieler in die Reihen auf?<\/em><\/p>\n<p><strong>Gerd Butzeck:<\/strong><br \/>\nSpieler sind Spieler und Clubs sind Clubs. Da sollte man nicht alles vermischen. Allerdings sind die Ziele in der Tat \u00e4hnlich. Man k\u00f6nnte es so zusammenfassen: Wenn die Spieler eines Tages Mitsprache auf internationaler Ebene haben werden, dann ist dies eine direkte Folge unserer Aktivit\u00e4ten.<\/p>\n<p><em>In den Schlagzeilen waren in den letzten Monaten mehr Abstellungsgeb\u00fchren und Versicherungen&#8230;<\/em><\/p>\n<p><strong>Gerd Butzeck:<\/strong><br \/>\nDie Anzahl der Abstellungstage der Spieler ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Bis 1994 gab es in einem Olympischen Zyklus zwei gro\u00dfe Wettbewerbe: eine Weltmeisterschaft und eben olympische Spiele. Seit 1994 gibt es im zweij\u00e4hrigen Rhythmus zus\u00e4tzlich Europameisterschaften und Weltmeisterschaften. Damit haben wir nun f\u00fcnf gro\u00dfe Wettbewerbe in vier Jahren. Selbst der interessierte Fan kann sich kaum noch erinnern &#8211; wer vor zwei Jahren Europameister war. Wissen Sie es? \u00a0<\/p>\n<p><em>Ich schon. Die halbe Flensburger Mannschaft mit dem d\u00e4nischen Nationalteam. Ganz Flensburg hatte Lars Christiansen und die anderen als Europameister gefeiert. Aber ein wenig nachdenken musste ich auch..<\/em><\/p>\n<p><strong>Gerd Butzeck:<\/strong><br \/>\n&#8230; Die Folge dieser massiven Zunahme von Nationalmannschaftsterminen: Die deutsche Nationalmannschaft war im Olympiajahr 2008 rund 125 Tage zusammen, die kroatische sogar 175 Tage. \u00a0<\/p>\n<p><em>Das sind nat\u00fcrlich unglaubliche Zahlen.<\/em><\/p>\n<p><strong>Gerd Butzeck:<\/strong><br \/>\nDie Clubs bekamen, bzw. bekommen keine Abstellungsgeb\u00fchren, wann sollen sie das Geld verdienen um die Spieler bezahlen zu k\u00f6nnen? Und wenn die Spieler dann verletzt sind, tragen sie das auch noch. Siehe Mimi Kraus oder aktuell Arjen Robben vom FC Bayern.\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<p><em>Wo will die Group Club Handball hin?<\/em><\/p>\n<p><strong>Gerd Butzeck:<\/strong><br \/>\nWir streben eine Reduktion auf drei Wettbewerbe in vier Jahren an: eine WM, eine EM und Olympische Spiele. Das IHF und EHF das nicht wollen ist klar, denn hier geht es um\u2019s liebe Geld. Diese Wettbewerbe sind ein sehr, sehr eintr\u00e4gliches Gesch\u00e4ft f\u00fcr die Verb\u00e4nde. \u00a0<\/p>\n<p><em>F\u00fcr die Spieler ist so eine EM eine unglaubliche Belastung. Acht Spiele in elf Tagen&#8230;<\/em><\/p>\n<p><strong>Gerd Butzeck:<\/strong><br \/>\nBei der EM in Norwegen sa\u00dfen die deutschen Spieler an einem ihrer \u201efreien\u201c Tage acht Stunden im Bus. Es war ein Reisetag! Das geht nicht und muss ge\u00e4ndert werden. Aus Verbandssicht kosten Ruhetage allerdings Geld und reduzieren den Gewinn. Ein kleiner Erfolg unserer Arbeit ist f\u00fcr uns die Reduktion der Qualifikationsgruppen f\u00fcr Europameisterschaften. Das bedeutet f\u00fcr die Teilnehmer bis zu vier Spiele weniger, oder ein bis zwei Wochen weniger Nationalmannschaft. \u00a0<\/p>\n<p><em>Was erreicht man damit?<\/em><\/p>\n<p><strong>Gerd Butzeck:<\/strong><br \/>\nDamit verhindert man wenigstens so Spiele wie Deutschland gegen Bulgarien im Oktober 2008 in Wetzlar, wo es nach 10 Minuten 10 : 1 stand.<\/p>\n<p><em>Vielen Dank f\u00fcr das Gespr\u00e4ch<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0handball-world.com\/Zita Newerla Im Interview: Gerd Butzeck &#8211; \u00dcber Entstehung und Zukunft der GCH \u00a02010 bekommen Vereine zum ersten mal Abstellgeb\u00fchren von der EHF f\u00fcr ihre Spieler, die mit ihren Nationalmannschaften unterwegs sind. Eine Nachricht, \u00a0die fast als Revolution galt. Auch die IHF zieht zum Ende des Jahres nach. 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